Tagebuch 21. Mai 1950

So[nntag] 21/5 Gestern & heute ist Reit- & Fuhrturnier. Das Wetter wird nach anfänglicher Bewölkung sommerlich war[m?]. Das Turnier zu besuchen, gestattet unsere Kasse leider nicht. Aber am Sonnabend sind wir abends dabei, als vor den »3 Linden« Platzkonzert stattfindet. Der frühere Stabsmusikmeister Kaus hat ein Bläserkorps zusammen gestellt & spielt nun bei passenden Gelegenheiten die schönsten Weisen. Am besten gelingen ihm die Märsche, die Fledermaus-Ouvertüre muß noch mehr eingeübt werden. Der groß angekündigte »Zapfenstreich« fällt aus. Rücksicht auf die Englische Besatzung? Vom Reitturnier erfahren wir aber doch ein gutes Stück. Beim Gang über den Friedhof sehen wir einen Erdhügel, der schon einigen As als Tribüne dient & von hier sehen wir sich das ganze Bild abrollen. Nachmittags im Garten & Butterbrot mit dünnem Tee gemäß unserem Kassenstand. Nun aber hoffen wir, morgen die 2jähr[ige] Nachzahlung v[on] M[ark] 299.48 zu bekommen. O, wir Armen!

 

Friedrich Helms: Tagebuch. Wilhelmshorst 1945: Mit einem Vorwort von Walter Kempowski. Herausgegeben von Tobias Wimbauer. Norderstedt 2016: BoD, 3. Auflage, 196 Seiten, Broschur, ISBN: 9783743115200, EUR 22,00 JETZT BESTELLEN

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Tagebuch 18. Mai 1950

Do[nnerstag] 18/5 Himmelfahrt. Täglich waren wir wohl im Garten, aber außerhalb des Sonnenscheins ist es kalt & windig. Zu heute hatten wir ganz grundlos auf Sonne gerechnet: trüber Himmel spannte sich beim Abmarsch in den Garten schon früh über uns. Trotzdem tranken wir unseren Kaffee im Bungalow, T[ante] L[ieschen] kam auch auf ein Stündchen, aßen auch allein unseren Spargel mittags, während der Landregen auf das Dach trommelte. Aber gegen 1 Uhr flohen wir nach Hause. Gegen 3 ½ war ich angetreten zu einer Herren-Auto-Partie mit K. & Dr. D[ettmann] & los fuhren wir nach Medingen & Bevensen. Hier steht ein Denkmal an die Schlacht v. 27/6. 656 bei Langensalza mit Namenstafel der Gefallenen. Im »Stadt Hamburg« tranken wir Kaffee & auch einige Flaschen Rotwein. Die Fahrt hin & zurück bot sehr viel reizende Landschaftsbilder. Der Ort Medingen mutet ganz besonders behaglich an. Um 7 Uhr wieder daheim.

 

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Tagebuch 16. Mai 1950

Di[enstag] 16/5 Nach geraumer Zeit war ich einmal wieder im Gildehaus, alle 5 Mann waren zur Stelle. Man sprach dies & jenes & schließlich hatte ich 3 Bier getrunken, schlief die Nacht schlecht & so verging auf solche [Art] ein Abend ohne besondere Ereignisse oder Empfindungen[.]

 

 

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Tagebuch 15. Mai 1950

Mo[ntag] 15/5 Gestern war Muttertag. A[nnemarie] & T[ante] L[ieschen] waren zum Mittag schon im Garten, wir schon in aller Frühe. Immer wieder gehört uns[ere] wärmste Anerkennung diesem Garten & seiner herrlichen Buchenlaube direkt am Ufer. Ob in Gesellschaft, ob auch ganz allein: hier find’ ich meine Ruh! Heute zwar zog ein kalter Wind durch den Garten, man spricht von Frostgefahr für die kommende Nacht! Es hat dann aber nicht gefroren.

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Tagebuch 11. Mai 1950

Do[nnerstag] 11/5 Viele Tage liegen dazwischen. Erst seit 2 Tagen hat der Frühling sich durchgesetzt & nun blüht & grünt es überall. Das kalte Wetter um das Wochenwechsel hatte mich zur Strecke gebracht. Seit Sonntag war es aus, Schwindel, Fieber, Kopf- & Gliederschmerzen aller Arten. Dr. K. war zur Stelle & lange Stunden brachten mir die qualvollen Nächte. Der Arzt hielt unbedingte Bettruhe für geboten & ich war schlapp genug, ihm Gehorsam zu leisten. Heute allerdings bin ich seinen Fesseln entronnen. und so sitze ich 16.45 im krisselichen Schatten unter der Buche am Ufer in unserem Garten. Zwar stinkt der Bungalow mächtig nach seinem letzten Anstrich, aber ein leichter Wind fächelt Frische. Vor mir direkt zu meinen Füßen die ziehende Ilmenau, ab & an ein Paddelboot. Drüben die sonnige Wiese & anheimelndes Schafblöken aus der Ferne. Dann die Stadt, Reste der Stadtmauer & zahlreiche neue & alte Geschäftshäuser. Und über allem der Kirchturm mit dem gestutzten Helme. Das Zifferblatt ist gut erkennbar & Uhr & Geläute klingen klar herüber. An einer Spezialstrippe kühlt sich unsere Flasche Obstmost[.] Das Abendbrot wird bald gereicht. Mittags wurde Freund Gustav Knoth zu Grabe getragen[.] – Der Beamten Vers[icherten-]Verein für das Deutsche Bank Gewerbe hat mir eine Altersrente von M[ark] 149.- pro Jahr festgesetzt. 2 Jahre Nachzahlung ist zunächst das Sichtbare. {…}[1]

[1] Unleserliches Wort mit Bleistift; wohl spätere Anmerkung.

 

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Tagebuch 4. Mai 1950

Do[nnerstag] 4/5 Aber nur für einen Tag hielt das Wetter an. Es ist dann sehr schnell anders geworden & auch veränderlich geblieben & als wir gestern im Garten Pflänzchen setzten, geschah das im leichten Regen. Für die 60 Kohlrabi, 30 Rotkohl 60 Weißkohl mag es gut bekömmlich gewesen sein, meine Arbeit am Wegebau war dreckig, aber so ein richtiger Matschweg hält dann doch ganz gut. Aber im Bungalow war es kalt. Nachmittags blieben wir weg, ich ging zum Bahnhof. Und heute war das Wetter wieder trübe. Die Geräte bleiben in Ruh. Es ist auffallend, wie sich die Zeitungen in schwankender Verlegenheit über die Politik ergehn. Der kleinste Hoffnungsschimmer auf eine allgemeine Klärung der deutschen Frage wird wortreich zur großen Flamme angeblasen & morgen ist alles nur Schall & Rauch & der einsichtige Mensch muß erkennen, daß wir den Krieg »bedingungslos« verloren haben & daß unsere früheren – sind sie es nicht noch heute? – Gegner es schon als Wohltat für uns ansehen, wenn sie hier & da den Halsstrick etwas lockern. Nein, nach einem Frieden schmeckt die Luft weder aus dem Westen, als auch vornehmlich aus Rußland keineswegs. Zwar gingen wohl die letzten Maifeiern überall ruhig dahin, aber, von der Parteien Haß & Gunst entstellt, schwanken die Berichte aus den Parlamenten in Bonn & Berlin sehr tendenziös. Hic nulla, nulla pax!

 

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Tagebuch 1. Mai 1950

Mo[ntag] 1/5 Wir haben von den Maifeiern nichts gesehen, nur von den Zurüstungen, die die Natur so reichlich hergerichtet hat, von dem Grünen & Blühen in der Natur. Sonst sahen & hörten wir nichts. Umzüge & Kundgebungen fanden vielleicht gar nicht statt & von den vielen, vielen Reden haben wir nichts mitgekriegt, denn in unserem Garten gibt es einstweilen noch kein Radio. Dr. D[ettmann] schloß sich mir heute früh an & – nachdem er sein Kalbsschnitzel geholt hatte, verzehrten wir im Bungalow gemeinsam unser Mittagessen, er sein Kalb, wir unsere Rindsgularulade. Dazu Äppelwein! Bis in die Dämmerung blieben M[arie] & ich im Garten. Ein herrlicher Frühlingstag.

 

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